Die Denk- und Arbeitsweisen der Beteiligten: der Bauwilligen und Bauträger, Geldnehmer und Geldgeber, unterscheiden sich erheblich:

Bauwillige und Geldnehmer: 

  • Auf der einen Seite stehen Sie als hochmotivierte „Wohnprojektler“. Sie bewegen sich vielleicht auf Ihnen unbekannten Terrain, konfrontiert mit Fragen des Wohnungswesens, des Planens und Bauens. 
  • Auf der anderen Seite treffen Sie auf ökonomisch, professionelle Handelnde, denen interne Abläufe und Strukturen sowie die Zielsetzungen selbstorganisierter Wohnprojektgruppen oftmals nicht vertraut sind. 

Bauträger und Geldgeber: 

  • Dabei fördert zukünftiges Gemeinschaftlich Wohnen das Gemeinwohl. Denn Ihre geplante engagierte Gemeinschaft strahlt auch auf die Umgebung ab. Sie kann sogar kommunal-kritische Strukturprobleme lösen,       indem sie zum Beispiel Räume für Pflegedienste oder einen Nachbarschaftshilfeverein mit einplant und ihre Gemeinschaftsräume für Angebote im Dorf oder Stadtteil öffnet.
  • Die Stärke der Wohnprojekte liegt in der großen Vielfalt und im Ideenreichtum, mit dem Gemeinschaften           ihr Lebensumfeld bedarfsgerecht gestaltet, denn jedes Wohnprojekt ist eine Maßanfertigung. Rat und Verwaltung     sind gefordert: Durch die Unterstützung der bürgerschaftlich Engagierten können sie eine ihrer zentralen Verantwortungen – ohne Haushaltsbelastung – wahrnehmen: Die Sicherung von Lebensräumen und –Qualität.

Neue Wohnformen unterstützen heißt, Wohnvielfalt in der Kommune und in Quartieren zu fördern. Die Bürger dazu stehen längst bereit; oft aber fehlen begleitende Strukturen und Anlaufstellen in kommunalen Verwaltungen oder sozialen Netzwerken, um diese Potentiale zu entfalten. Oft ist das Bewusstsein für Gemeinschaftliches über die Ökonomie hinaus nicht vorhanden.